Schulterschmerzen

Ursachen von Schulterschmerzen und deren Vorbeugung

Schulterschmerzen können wie ein Blitz aus heiterem Himmel auftreten und die tägliche Arbeit im Haushalt zur reinen Qual werden lassen. Oft genügt bereits eine falsche Bewegung des Oberkörpers oder der Arme, um eine schmerzhafte Verrenkung der Schultergelenke herbeizuführen. Aber auch eine permanent falsche Körperhaltung, beispielsweise durch zu langes und verspanntes Sitzen an Bildschirmarbeitsplätzen, zu schweres Heben oder eine Belastung über Kopf kann an der Entstehung von Schulterschmerzen beteiligt sein.

Schulterschmerzen


HexenschussAber auch Entzündungen infolge von Infektionen, Gelenkverschleiß oder Erkrankungen benachbarter Organe wie etwa der Lunge kommen durchaus in Betracht.

Bei Schulterschmerzen sind in der Regel nicht die Knochen selbst, sondern die Weichteile wie Muskeln, Sehnen oder Schleimbeutel betroffen.

Das Engpasssyndrom – die häufigste Ursache für Schulterschmerzen

Besonders häufig tritt das Impingementsyndrom, umgangssprachlich auch Engpasssyndrom genannt, auf. Bei bestimmten Bewegungen, etwa dem seitlichen Abspreizen der Arme, reicht der Platz unter dem Schulterdach für alle Strukturen nicht mehr aus, wodurch Weichteilgewebe eingeklemmt wird, was letztendlich zu Schulterschmerzen und einer Einschränkung in der Beweglichkeit führt.

Des Weiteren kann auch eine schlecht funktionierende Biomechanik oder ein Rotatorenmanschettenriss die Ursache sein.

Die Rotatorenmanschette ist eine aus vier Muskeln – dem Obergrätenmuskel, Untergrätenmuskel, kleiner runder Armmuskel sowie dem Unterschulterblattmuskel – bestehende Muskelgruppe im Schultergelenk.

Kommt es zu einer Verletzung oder zum Riss einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette, spricht man von einer Rotatorenmanschettenruptur oder auch Rotatorenmanschettenriss. Sie tritt vor allem im höheren Lebensalter immer häufiger auf. Während bei 40- bis 49-jährigen Personen noch jeder Zehnte von einem Rotatorenmanschettenriss betroffen ist, ist es bei 50 bis 59-Jährigen jeder Dritte und ab dem 60. Lebensjahr die Hälfte und darüber. Neben dem Engpasssyndrom und dem Rotatorenmanschettenriss ist die Schultersteife, eine Entzündung des Schultergelenkes (Frozen Shoulder) eine der häufigsten Ursachen für das Entstehen von Schulterschmerzen.

Diagnose von Verletzungen der Schulter

In der Regel kann der Arzt bereits anhand der Aussagen des Patienten eine ungefähre Diagnose über die Ursachen der Schulterschmerzen stellen. In der Anamnese fragt der Arzt folgende Punkte ab:

  •         Vorliegen einer Schulterverletzung infolge eines Unfalls,
  •         Auftreten der Schulterschmerzen – dauernd oder nur bei bestimmten Bewegungen,
  •         Einschränkung der Bewegungsfreiheit,
  •         nächtliches Auftreten der Schulterschmerzen, etwa beim Liegen auf der betroffenen Seite,
  •         Art des Schmerzes, seit wann bestehen die Beschwerden sowie
  •         Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe.

Personen in bestimmten Berufsgruppen wie Maler, Maurer oder Monteure, die körperlich schwere Arbeiten auch über Kopf ausführen müssen sowie bestimmte Sportler sind besonders von Schulterschmerzen betroffen.

Nach der Aufnahme der Krankengeschichte folgt die eigentliche körperliche Untersuchung. Dabei kann der Arzt bereits an der Bewegung des Patienten sowie Form und Stand der Schultern und der Schlüsselbeine weitere Rückschlüsse ziehen. Mithilfe von verschiedenen klinischen Tests sowie bildgebenden Verfahren kann der Arzt die Ursachen der Schulterschmerzen meistens eindeutig bestimmen und eine entsprechende Therapie einleiten. Liegen die Ursachen allerdings bei anderen Organen, kann eine Überweisung in eine Fachklinik erforderlich sein.

Vorbeugung und Behandlung von Schulterschmerzen

Zur Vorbeugung von Schmerzen im Bereich der Schulter und Schlüsselbeine kann jeder Einzelne einen aktiven Beitrag leisten.

Bei einer dauernden sitzenden Tätigkeit, wie sie etwa in Büros oder an Montagebändern häufig anzutreffen ist, empfehlen sich Entspannungsübungen zur Lockerung von Muskelverspannungen infolge ungünstiger Körperhaltung und Bewegungsabläufe. In der Regel reicht eine kurze Pause von 5 bis 10 Minuten, um die Verspannungen zu lösen.

Aber auch ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft kann die Muskeln lockern und Schulterschmerzen vorbeugen. Durch die Bewegungen werden die Muskeln gleichmäßig angeregt und aufgebaut sowie ein vorzeitiger Verschleiß der Gelenke vermieden. Die Übungen können sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause ausgeführt werden. Dagegen sollte beim Krafttraining ein erfahrener Trainer die Aufsicht übernehmen, um eine Fehl- oder Überbelastung der Schultergelenke und Muskelgruppen von Anfang an auszuschließen.

Aber auch bei bereits bestehenden Schulterschmerzen kann der Patient eine Menge zu deren Linderung tun. Sind die Beschwerden mechanischer Natur, kann eine Physiotherapie mit aktiven Übungen zur Kräftigung der Muskeln, eine Chirotherapie oder die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten bereits Abhilfe schaffen.

Im Frühstadium ist auch die Anwendung kortisonfreier Schmerzmittel angezeigt. Bei einem schweren Verschleiß des Schultergelenkes macht sich der operative Einsatz einer Gelenkprothese erforderlich.

 weitere Ursachen der Schulterschmerzen

Liegen die Ursachen der Schulterschmerzen dagegen in einer leichten Schädigung der Rotatorenmanschette, genügt oft die Schonung der betroffenen Schulter, bei schweren Schäden ist Krankengymnastik zu empfehlen. Schmerzmittel können die Beschwerden deutlich lindern.

Die Behandlung eines Rotatorenmanschettenrisses erfolgt abhängig vom Alter des Patienten und dem Ausmaß der Verletzung meistens operativ. Eine Behandlung von Verspannungen mittels Medikamenten lindert nur die Schulterschmerzen, bekämpft aber nicht deren Ursache. Dagegen lassen sich mittels Chirotherapie und gezieltem Muskeltraining verspannte Muskeln wieder lösen und eine erneute Verspannung vermeiden. Bei leichten Schmerzen hilft Wärme in Form von Fangopackungen, Umschlägen oder Güssen, aber auch Bäder mit Kräuterzusätzen oder Saunagänge.

Behandlung von Schulterschmerzen zu Hause

Im Anfangsstadium lassen sich Schulterschmerzen bereits mit einfachen Übungen auch zu Hause gut therapieren. Allerdings sollte vor Beginn des Trainings ein Arzt deren Ursache abklären, um größere Schäden an Sehnen und Muskeln infolge einer Fehlbelastung zu vermeiden.

Wichtig ist, dass bei allen Bewegungen keinerlei Schmerzen auftreten dürfen und dass die Schultern regelmäßig bewegt werden. Im Zweifelsfall sollte die betroffene Schulter möglichst nicht belastet werden.